Geschichte Kegeln
Im Jahre 1951 kam Herbert Heine die Idee, statt Fußball auch mal andere Sportarten aufzubauen. Da jeder weiß, dass man irgendwann einmal von Alters-Zipperlein geplagt wird, man nicht ständig hinter einem Ball herlaufen kann , müsste man etwas anderes finden. Also trat Herbert Heine ganz in den Fußstapfen seines Vater`s, der einen Kegelclub gegründet hatte ( 1910-1916 ). Das Wissen seines Vater`s eignete er sich an und gab es seine Kameraden weiter. Sehr schnell war das Kegeln, mit dem nötigen Ernst und Eifer betrieben, zu einem beliebten Sport geworden. Die pessimistischen Gedanken zu Anfang hatte man schnell verworfen, da die Kegelabteilung immer mehr Zulauf bekam. Die ersten Trainingsabende ( 1951-1953 ) fanden im Gasthaus „Tivoli“ , Leipziger Straße in Saarbrücken statt. Damals erfolgte die Aufstellung der Kegel noch von Hand, was für den Nachwuchs unter den Keglern heute praktisch unvorstellbar ist. Bei der Gründung ( Ostern 1952 ) hatte die Kegelabteilung schon 10 Mitglieder. Es waren Herbert Heine, Paul Lohrbach, Christian Ganz, Erich Mossmann, Herbert Kraemer, Ewald Schmidt, Karl Schmidt, Max Hupfer, Hans Zuckini und Fritz Minn.
Ab 1953 fand das Training im „Kalo“ in der Bergstraße in Saarbrücken-Burbach statt. Für 4 Jahre war dies das Kegler-Stammlokal der Gehörlosen, danach wechselte man für 1 Jahr ins „Rolandseck“ über. Danach siedelte man um in das allseits beliebte Gasthaus „Holzwarth“ in der Lebacher Straße, Saarbrücken-Rastpfuhl. 13 Jahre lang traf man sich in diesem Lokal.
1971-1978 wurde das Training in der „Schleifmühle“ in Saarbrücken durchgeführt, dann wechselte man aus Kostengründen.
Von 1978-1985 trainierten die Kegler im Gasthaus „Zur Kehr“ in Schafbrücke. Hier fand auch alle 14 Tage ein Gehörlosen-Freitags-Kegeltreff für Aktive, Passive und Amateure statt.
Von 1978 bis ins Jahr 2000 trainierten wir auf den 8 vollautomatischen Scherenbahnen in der Jakob-Theissen-Halle auf eigene Kosten.
1978 wurde der GKC Homburg aufgelöst und einige Spieler wechselte zu uns als Verstärkung unter anderem Günter Kirsch, der einer der besten Spieler in unserem Verein werden sollte, noch bis heute spielt er bei uns. 1964 nahmen die Herren der 1.Mannschaft zum ersten an den Punktspielen der Hörenden in Saarbrücken und Umgebung teil. Seit 1967 besteht auch eine 2.Mannschaft, die 3.Mannschaft kam 1974 dazu. Von 1964 bis 2000 spielen wir alle selbstständig bei den Punktspielen der Hörenden mit. Es gab viele Hochs und Tiefs, und da viele Gehörlose nicht in Saarbrücken sondern ausserhalb wohnen, gab es viele Probleme mit Aufstellung und Training, und auch aus Kostengründen. Dasselb sind im Jahr 2000 alle wieder zurück in ihre Heimatvereine gewechselt und nehmen dort zusammen mit den Hörenden am Punktspielbetrieb teil.
Die treuen Spieler, die bis zum letzten gemeinsam Punktspiel durchgehalten waren: Peter Schimmelpfennig, Gerd Kraus, Günter Kirsch, Stefan Jung, Bernd Welsch, Erwin Juchem, Manfred Krämer, Siegfried Sartorius, Walter Ehlen, Bernd Messinger, Friedrich Loos, Horst Rapuot, Roland Schmidt, Friedrich Lieser und Gerd Kappel, bei den Damen waren es Margret Schimmelpfennig, Anne Welsch, Karin Schmidt, Sylvia Messinger und Brigitte Merl.
Eine Damengruppe gab es zum ersten Mal im Jahre 1958. Sie setzte sich zusammen aus Agnes Heine, Mathilde Mosmann, Minna Lohrbach, Mathilde Kraemer und Lotte Ganz. Die Damen kegelten gemeinsam mit den Herren im Gasthaus“Holzwarth“. 1961 kam Brigitte Merl dazu. In diesem Jahr finden die Damen an ernsthafter zu trainieren und nahmen 1976 zum ersten Mal an den Deutschen Gehörlosen Meisterschaften teil. Brigitte Merl kam damals als Einzelspielerin auf Platz 16, aber „Insider“ ( Kenner der Kegelabteilung ) wissen, dass das beileibe nicht so geblieben ist. Zum ersten Mal nahm die Mannschaft der Damen 1977 an den Deutschen Gehörlosen Meisterschaften teil. Es war ein Glücksjahr, denn die Damen belegten auf Anhieb den 3.Platz. Die Spielerinnen von damals waren Ute Schmidt, Christa Rauhof, Brigitte Merl und Christel Kraus. 1978 kam Margret Schimmelpfennig hinzu und 1989 wechselte Sylvia Messinger (zwecks Heirat) von ihrem Heimatort Moers nach Saarbrücken über. 1993 kamen dann noch weiters Damen hinzu, nämlich Anne Welsch, Karin Schmidt, 1999 kam dann noch Helga Hiller aus Göttingen hinzu.
Margret Schimmelpfennig, Anne Welsch, Karin Schmidt und Helga Hiller sind heute noch unsere aktiven Spielerinnen bei den verschiedenen Turnieren. Margret Schimmelpfennig ist somit die älteste der noch heute aktiven Spielerinnen.
Im Zeitraum von 1964 - 2002 errangen die Damen- ,Herren- ,Seniorenmannschaft, Einzel, Mixed- und Paarkampf bei den Deutschen Gehörlosen Meisterschaften auf Schere insgesamt 80 Gold- Silber-, und 61 Bronzemedaillen. An einem Bundesländerkampf konnten die Herren bis heute 25 mal teilnehmen. 1978 belegten sie den 1. Platz (Austragungsort Püttlingen) 1990 belegten sie ebensfalls Platz 1 (Austragungsort Wolfsburg) und auch wieder 1996 (Austragungsort Oberthal). Die Damen haben bisher 12 mal an einem Bundesländerkampf teilgenommen, dabei erreichten sie schon 2 mal den 1.Platz, Heimspiel 1992 und 2000.
Ingesamt haben wir 6 mal den Bundesländerkampf ausgerichtet und zwar:
1978 in Püttlingen
1982 in Schafbrücke
1987 in Saarbrücken
1992 in Saarbrücken
1996 in Oberthal
2000 in Saarbrücken
Wir können auf unsere Leistungen sehr stolz sein, denn im Saarland besteht nur ein Gehörlosen-Kegelverein und wir können leider nicht auf ein großer Spielerangebot zurückgreifen, wie das in anderen Bundesländern der Fall ist.
Im Jahr 1993 nahmen wir zum ersten Mal an einem Turnier der Sparte „Dreibahnen“ teil, vorher hatten wir immer nur auf Schere gespielt. Das Turnier waren die Deutsche Gehörlosen Meisterschaften auf Dreibahnen in Kassel, damals spielen für uns: Peter Schimmelpfennig, Bernd Welsch, Anton Brandt, Gerd Kraus und Stefan Jung. Leider haben wir nur den 8. Platz erreicht, für einen Neuling auf diesem Gebiet trotzdem keine schlechte Leistung. Seit 1998 sind wir auch Mitglied der Sparte Dreibahnen, das heißt, das wir jedes Jahr an den Meisterschaften teilnehmen dürfen. Neue Spieler kamen in den letzten Jahre auch noch hinzu, es waren Werner Hiller, Frank Schäfer und Ivica Mamic. Dank diesen Spielern konnten wir uns auf Dreibahnen weiter verbessern und haben schon 3.Plätze erreicht, ich hoffe, wir können uns auch noch weiter verbessern. Herbert Heine war insgesamt 30 Jahre lang Kegelleiter, er hat sehr viel für unseren Verein getan. 1983 übernahm Peter Schimmelpfennig diesem Amt und übt es abgesehen von kleinen Pausen bis heute aus. Er hat mit seinen Spielern schon sehr viele tolle Erfolge bei Turnieren gesammelt.
Für alle Mitglieder gibt es jeden Donnerstag einen Kegeltreff auf den Bahnanlagen in der Illtalhalle Hüttigweiler, zum Training oder einfach nur zum plaudern.
Am 22.Juni 2002 feiern wir in unserem Bildungs- und Freizeitzentrum für Hörgeschädigte unser 50-jähriges Jubiläum der Kegelabteilung.
1967 richtete die Kegelabteilung zum ersten Mal eine Deutsche Gehörlosen Kegelmeisterschaft aus.
Ingesamt waren wir 11 mal Ausrichter der Deutschen Gehörlosen Kegel- meisterschaften und zwar:
1967 Mannschaft und Einzel in Saarbrücken
1971 Mannschaft und Einzel in Saarbrücken
1980 Mannschaft und Einzel in Saarbrücken
1986 Mannschaft, Mixed- und Paarkampf in Saarbrücken
1988 Einzel und Paarkampf in Saarbrücken
1991 Einzel und Paarkampf in Saarbrücken
1993 Mannschaft und Mixedpaarkampf in Saarbrücken
2000 Mannschaft, Einzel, Mixed- und Paarkampf in Saarbrücken
2006 Mannschaft und Einzel in Oberthal
2008 Mixed- und Paarkampf in Hüttigweiler
2009 Mannschaft und Einzel in Hüttigweiler
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