Geschichte Fussball
Sportpolitische Dokument 1947-1956 im Saarland:
Im Jahre 1947 wird das Saarland politisch und wirtschaftlich Frankreich angegliedert und erhält eine begrenzte Autonomie. Am 23.Oktober 1955 lehnte die saarländische Bevölkerung das zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland vereinbarte Europäische Statut mit 67,7 Prozent der Stimmen ab.Zuvor war am 1. Januar 1957 das Saarland als Bundesland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert worden.
Gehörlosensport im autonomen Saarland:
Aus politischen Gründen in der Nachkriegszeit durfte der Gehörlosen Sportverband Saarland an dem deutschen Gehörlosen Sportverband nicht anschließen. Deshalb musste sie von der Bundesrepublik Deutschland abtrennen. Dafür durfte unsere Fußballmannschaft -GSV Saarbrücken- an den Meisterschaften um die Französische Lique de I´Est teilnehmen. Unser größte Erlebnis waren die 7.Weltspiele der Gehörlosen (heute umbenannt: Deaflympics) in Brüssel/Belgien im Jahre 1953. Da nahmen unsere Spieler als saarländische Fußball-Nationalmannschaft der Gehörlosen teil und wurden im Ausscheidungsspiel gegen Holland durch ein unglückliches Eigentor (0:1) besiegt und war ausgeschieden. Siehe unten Foto:
Â
Bereits im Jahre 1936 wurde der Gehörlosen-Sportverein gegründet. Leider musste der Spielbetrieb (Fußball) eingestellt werden, da es für die Gehörlosen von damals sehr schwierig war zusammen, zukommen, Öffentliche Verkehrsmittel usw.
Erst Mitte des 2. Weltkrieges wurde unser Verein neu gegründet und zwar auf Drängen vieler Gehörlose, die in verschiedenen Städten bei der Evakurierung den „Gehörlösensport“ kennen gelernt hatten. Nach der Rückkehr im Jahre 1940/41 entschloss sich Kamerad Kurt Bock, am 18. Mai 1941 die Gehörlosen-Sportgemeinschaft im damaligen Ortsbund der Gehörlosen („Glück-Auf“ Saarbrücken) zu gründen. Dies war eine schwere Zeit für uns, da wir nur wenig Gelegenheit hatten, mit den Hörenden Fußball zu spielen und wir mussten meistens weite Reisen in Deutschland unternehmen um gegen die dortigen Gehörlosen spielen zu können, trotz der Gefahren des Krieges.
Im Jahre 1944 mussten wir Saarländer zum zweitenmale in die Evakurierung und von da ab hatten wir keine Gelegenheit Sport zu trieben und es blieb zwei Jahre lang still um uns. Erst im Jahre 1946 konnten wir den Spielbetrieb wieder aufnehmen.
Wegen der Abtrennung des Saarlandes von Deutschland konnten wir nicht mit den deutschen Gehörlosen Fußball spielen, dafür durften wir an den Meisterschaften um die Französiche Lique de I´Est teilnehmen und wurden im Jahre 1950 in der Region der Lique de I´Est Sieger gegen Nancy mit 2:1. Danach errangen wir noch verschiedene Siege und mussten auch etliche Niederlagen hinnehmen. Unser größte Erlebnis waren die Olympischen Spiele der Gehörlosen in Brüssel im Jahre 1953. Da nahmen wir als Nationale Fußballmannschaft des Saarlandes teil und wurden im Ausscheidungsspiel gegen Holland durch ein unglückliches Eigentor (0:1) besiegt und mussten ausscheiden. Unser größten Coup gelang uns beim Osterturnier 1952 in Köln. Dort wurden wir Pokalsieger im Endspiel gegen Liége (Belgien) mit 2:1 und holten uns den, von dem inzwischen verstorbenen Herrn Dr. P.J. Bauwens gestifteten Pokal.
Im Jahre 1956 wurde der Gehörlosen Sportverein des kath. Gehörlosenvereins „Bleib Treu“ Saarbrücken u. Umgebung, unter der Leitung des Vereins für Ballspiel Dillingen ins Leben gerufen, da beide Gehörlosen Sportvereine Finanzprobleme hatten (Einnahmen, Reisekosten, u.v.m.) beschloss man 1963 eine Fusion beider Gehörlosen Sportvereine. Diese Zusammenlegung beider Vereine (Fusion) ergab eine umtaufe in den Namen „Gehörlosen-Sportvereinigung „Saar“ 41/56 e.V. Saarbrücken. Diese Fusion fand am 24. Oktober 1963 statt. In abgekürzter Form nennt sich der GL-Sportverein, GSVg. SAAR.
Â

Â
| < Zurück | Weiter > |
|---|
Verein